Phil Collins ist der britische Sänger, Schlagzeuger und Songwriter, der als Frontmann von Genesis und mit Solo-Welthits wie „In the Air Tonight“ und „Another Day in Paradise“ zu einem der kommerziell erfolgreichsten Musiker der Popgeschichte wurde. Mehr als 150 Millionen verkaufte Tonträger, drei Grammy Awards, ein Golden Globe und ein Oscar stehen für eine Karriere, die sich über fünf Jahrzehnte zieht. Nach schweren gesundheitlichen Rückschlägen hat sich der heute 75-Jährige von der Bühne zurückgezogen und lebt inzwischen deutlich ruhiger zwischen der Schweiz und England.

    Phil Collins: Die frühen Jahre in London

    Geboren wurde er am 30. Januar 1951 in Chiswick im Westen Londons, als Sohn eines Versicherungsangestellten. Seine Mutter betrieb eine Agentur für Kindertalente, wodurch er schon als Fünfjähriger mit dem Schlagzeugspielen begann und früh Bühnenerfahrung sammelte. Als Kinderdarsteller trat er unter anderem als Statist im Beatles-Film „A Hard Day’s Night“ (1964) auf und stand mit kleinen Rollen im Londoner West End auf der Bühne, bevor die Musik seinen Alltag endgültig übernahm.

    Der Sprung zu Genesis

    1970 stieß er als Schlagzeuger zu Genesis, nachdem er auf eine Anzeige im „Melody Maker“ reagiert hatte und Mike Rutherford sowie Tony Banks überzeugte. Mit Alben wie „Nursery Cryme“ (1971), „Foxtrot“ (1972) und „Selling England by the Pound“ (1973) etablierte sich die Band im Progressive Rock, während Frontmann Peter Gabriel mit theatralischen Bühnenauftritten für Aufsehen sorgte.

    Vom Schlagzeug ans Mikrofon: Der Wandel bei Genesis

    Als Peter Gabriel die Band 1975 nach der aufwendigen Tour zu „The Lamb Lies Down on Broadway“ verließ, suchte Genesis monatelang erfolglos nach einem Ersatz am Mikrofon. Collins, der bereits Backing-Vocals übernahm, sprang schließlich selbst ein. Sein Debüt als Leadsänger auf „A Trick of the Tail“ (1976) überraschte selbst Kritiker, die ein Ende der Band erwartet hatten – stattdessen wuchsen Erfolg und Popularität mit Alben wie „Duke“ (1980), „Abacab“ (1981) und vor allem „Invisible Touch“ (1986), das allein fünf US-Top-5-Singles hervorbrachte.

    Phil Collins als Solokünstler: Die Hits, die die Charts eroberten

    Parallel zur Bandkarriere begann seine Zeit als Solokünstler, ausgelöst durch die Scheidung von seiner ersten Frau. Auf dem Debütalbum „Face Value“ (1981) verarbeitete er die Trennung in Songs wie „In the Air Tonight“, dessen markanter, halligierter Schlagzeug-Einsatz im Refrain bis heute als eines der ikonischsten Produktionsdetails der Popmusik gilt.

    Es folgten „Hello, I Must Be Going!“ (1982) mit einer vielbeachteten Version von „You Can’t Hurry Love“ und „No Jacket Required“ (1985) mit den Hits „Sussudio“, „One More Night“ und „Take Me Home“, das ihm den Grammy für das Album des Jahres einbrachte. Beim Live-Aid-Konzert 1985 spielte er sogar zweimal am selben Tag – zunächst in London, dann per Concorde nach Philadelphia geflogen, um Stunden später erneut auf der Bühne zu stehen. „But Seriously“ (1989) lieferte mit „Another Day in Paradise“, einem Song über Obdachlosigkeit, seinen nächsten großen Erfolg und einen weiteren Grammy für die Aufnahme des Jahres.

    JahrMeilenstein
    1970Einstieg bei Genesis als Schlagzeuger
    1975/76Übernahme des Gesangs, Debüt als Leadsänger auf „A Trick of the Tail“
    1981Solodebüt „Face Value“ mit „In the Air Tonight“
    1985Album „No Jacket Required“, Doppelauftritt bei Live Aid
    1986Genesis-Album „Invisible Touch“, fünf US-Top-5-Singles
    1989Album „But Seriously“ mit „Another Day in Paradise“
    1999Oscar für „You’ll Be in My Heart“ aus „Tarzan“
    2022Abschied von der Bühne nach der „Last Domino?“-Tour

    Auszeichnungen und Rekorde

    Mit drei Grammy Awards, einem Golden Globe, einem Oscar für den besten Song „You’ll Be in My Heart“ aus Disneys „Tarzan“ (1999) und der Ehrung zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) 1994 zählt er zu den am höchsten ausgezeichneten Musikern seiner Generation. Zusammen mit Michael Jackson und Paul McCartney gehört er zudem zu den wenigen Künstlern, die sowohl solo als auch als Bandmitglied jeweils mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft haben.

    Gesundheitliche Rückschläge und der Rückzug von der Bühne

    Jahrzehntelanges Schlagzeugspiel forderte seinen Preis: Seit Mitte der 2000er-Jahre litt er unter Nervenschäden in den Händen, die seinen Griff auf die Drumsticks zunehmend schwächten. Ein Sturz im Jahr 2015 verletzte zusätzlich seine Wirbelsäule und zog mehrere Operationen nach sich. Bei der „Not Dead Yet“-Tour 2017 trat er deshalb nur noch sitzend auf, gestützt auf einen Gehstock. Auf der finalen Genesis-Reunion-Tour „The Last Domino?“ (2021/2022) übernahm sein Sohn Nicholas Collins, damals noch Teenager, das Schlagzeug – ein sichtbarer Generationswechsel innerhalb der Band. Mit dem Abschlusskonzert in der Londoner O2 Arena im März 2022 endete seine Zeit als Live-Musiker offiziell.

    Phil Collins heute: Leben nach der großen Bühne

    Sein Alltag spielt sich mittlerweile deutlich zurückgezogener ab, aufgeteilt zwischen einem Wohnsitz in der Schweiz und Aufenthalten in England. Seine frühere, weitläufige Villa in Miami samt umfangreicher Sammlung an Erinnerungsstücken zur Schlacht von Alamo hat er inzwischen abgegeben beziehungsweise nach Texas übergeben. Im Zentrum steht heute das Familienleben mit seinen Kindern, während er sich musikalisch auf Wiederveröffentlichungen, Dokumentationen und die Pflege des Genesis-Erbes konzentriert, statt selbst wieder auf Tour zu gehen.

    Häufig gestellte Fragen (FAQs)

    Wie alt ist Phil Collins?

    Er wurde am 30. Januar 1951 in London geboren und ist damit aktuell 75 Jahre alt.

    Was ist der bekannteste Song von Phil Collins?

    „In the Air Tonight“ aus dem Jahr 1981 gilt bis heute als sein prägendster Titel, vor allem wegen des unverkennbaren Schlagzeug-Einsatzes im Refrain.

    Warum kann Phil Collins nicht mehr Schlagzeug spielen?

    Nervenschäden in den Händen sowie mehrere Wirbelsäulenoperationen nach einem Sturz haben seine Beweglichkeit so stark eingeschränkt, dass er die Sticks nicht mehr sicher halten kann.

    Hat Phil Collins einen Oscar gewonnen?

    Ja, 1999 erhielt er den Oscar für den besten Song „You’ll Be in My Heart“ aus dem Disney-Film „Tarzan“.

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